Über Velo-Bus

Auto-Pender klagen über Staus, ÖPNV-Pendler jammern über überfüllte Busse und Züge. Velo-Bus will einen Beitrag leisten, die Situation auf den Straßen und Schienen zu entspannen. Und zwar mit sogenannten Fahrradbussen. Mit Fahrradbus ist hier allerdings nicht ein konventioneller Bus gemeint, der Fahrräder transportiert, sondern ein Bus, der entsteht, indem mehrere Radfahrer gemeinsam im Verband nach einem festen Zeitplan entlang einer festen Route fahren.

Folgendes erstes Beispiel beschreibt gleichzeitig auch die Entstehung von Velo-Bus: Albert pendelt zwischen Dortmund-Brackel und Duisburg-Neudorf. Vor ein paar Jahren hat er seine täglichen Arbeitswege mit dem ÖPNV (d.h. mit der Stadtbahn und dem Regionalexpress oder der S-Bahn) zurückgelegt, ab und zu, wenn’s mal schneller gehen sollte, fuhr er auch mit dem Auto. Da ihm das zu teuer wurde und er bei Staus, die auf der A3 und der A40 nicht selten sind, auch keinen Zeitvorteil mehr hatte, hat er auf das Auto verzichtet und angefangen, sein Rad mitzunehmen, um die Fußwege durch schnellere Radfahrten zu ersetzen. So machte er auf den Straßen Platz für Pendler, die auf ihr Auto nicht verzichten können. Als er sich dadurch immer mehr bewegte, konnte er problemlos auch mittlere Strecken mit dem Rad zurücklegen und stieg gar nicht mehr in die Stadtbahn. Wieder machte er Platz für Pendler, die auf die Stadtbahn angewiesen sind. Als er vor einem Jahr hörte, dass ein Arbeitskollege von Essen aus mit dem Rad nach Duisburg fuhr, stieg er einfach in Essen aus und radelte mit ihm zusammen nach Duisburg. So machte er in der Bahn Platz für Pendler, die eben (noch) nicht 20 km mit dem Rad unterwegs sein wollen oder können. Da Albert während der Radfahrt gerne mit seinem Arbeitskollegen, aber auch anderen Radfahrern spricht, hat er sich überlegt, aus seinen täglichen Touren auf dem Rad Fahrradbuslinien zu machen.
Anstatt in Dortmund mit der U43 mitzufahren, ist er nun selbst Fahrer der V-U43. Und von Essen nach Mülheim bietet er die V-U18 an, anstatt sich in die U18 oder eine andere Bahn zu setzen. Von Mülheim nach Duisburg geht es dann nicht mit der 901 weiter, sondern mit der V-901. Die ortskundigen ÖPNV-Nutzer, oder Öffler, wie man in Dortmund zu sagen pflegt, kennen diese Stadtbahnlinien. Die VeloBus-Strecken orientieren sich mehr oder minder genau an den ÖPNV-Linien (http://www.vrr.de/de/fahrten/busundbahn/staedte/index.html). Da die Bezeichnungen aus dem ÖPNV allgemein verbreitet sind, kann man sich schnell einen groben Überblick verschaffen, wenn jemand z.B. von der V-U18 erzählt, weiß man direkt, dass es sich um eine Velo-Bus-Linie zwischen Essen und Mülheim an der Ruhr handelt.
Jeder der zeitgleich auch auf diesen Strecken unterwegs ist, kann sich nun Albert anschließen und braucht nicht mehr alleine radeln.
Da aber die wenigsten die gleichen Arbeitswege haben wie Albert, hat er sich gedacht, dass es auch weitere Fahrradbusfahrer auf anderen Linien geben sollte. So war die Idee von VeloBus geboren.

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